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Ulrich Buchholz, Berater für Betriebsräte, Personalräte1. Was ist das Problem? Die in dem Schlagwort „Demografie” enthaltene Aufgabe formuliere ich so: Gute Bedingungen schaffen für alternsgerchtes Arbeiten. Damit ist gemeint, die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der MitarbeiterInnen über ihre ganze Arbeitslebens-Biografie zu pflegen und zu erhalten, unabhängig davon, ob sie sehr jung, mitten drin oder schon älter sind.

2. Wer ist gefragt? Alle Akteure sind gefragt: Unternehmensleitung, Betriebsrat, Beschäftigte. Jede Seite kann den ersten Schritt tun. Ideal ist es, wenn sich daraus eine abgestimmte, gemeinsame Vorgehensweise entwickelt.

3. Wer kann was tun? Die Unternehmensleitung kann (und soll) die Bedingungen für Beschäftigungsfähigkeit und alternsgerechtes Arbeiten im Unternehmen prüfen und fördern. Sie soll verantwortlich an neuen Wegen arbeiten. Dazu gehört auch: Entscheidungen treffen, für die Umsetzung sorgen, regelmäßig prüfen, ob das Ziel
noch angesteuert wird. Der Betriebsrat kann keine betrieblichen Entscheidungen treffen, aber er kann alternsgerechte Arbeit als zukunftsorientierte Anforderung an Personal- und Unternehmenspolitik formulieren und er kann mit Hilfe seiner Initiativ- und Beteiligungsrechte Prozesse anstoßen, eingefahrene Denk- und
Verhaltensmuster aufbrechen und betriebliche Handlungsfelder gestalten. Die Beschäftigten können sich ein Bild über ihre individuellen Potenziale, ihre Zufriedenheit, ihre Beanspruchungen und ihre Veränderungswünsche
machen. Wichtig dabei ist es, mögliche Alternativen zur aktuellen Arbeit denken zu lernen, zu entwickeln sowie Unterstützung zu suchen.

4. Welche Instrumente werden eingesetzt? Es gibt viele Ansätze: Altersstrukturanalysen, Szenarientechnik, Förderung der Wertschätzung, Open Space-Veranstaltungen. Gute Erfahrungen habe ich mit den von der TBS
NRW entwickelten Instrumenten UnternehmensCheck und SelbstCheck. Diese wurden u.a. in einem Projekt von Technik & Leben und TBS NRW für Kindertagesstätten angepaßt und erprobt. (Mehr dazu auf der Seite
www.demobib.de und in dem Beitrag „Alternsgerechtes Arbeiten” von Heß / Buchholz in AiB 4/2008.)

5. Welche konkreten Aktivitäten starten und begleiten Interessenvertretungen? Demografie / alternsgerechtes Arbeiten gehören nicht immer zu den Schwerpunkten der Betriebsratsarbeit. Unsere Erfahrung aus dem KiTa-Projekt: Wenn die Interessenvertretungen das Thema auf ihre Fahne geschrieben haben, gehören sie zu den Initiatoren, Stabilisatoren, Motoren, Moderatoren und Controllern des Prozesses. Wobei auch ihnen Themen wie Arbeitszeit und Gesundheitsschutz näher liegen als die Entwicklung von Berufs- oder Tätigkeitsalternativen.

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