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Rhein-Ruhr Flughafen Düsseldorf GmbH

(aus: Projektzeiung Nr. 1 (1996) )
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Geschichte - Gesellschafter / Geschäftsführung / Betriebsrat - Entwicklung - Brandkatastrophe - Flugbewegungsbeschränkung - EU: Liberalisierung des Luftverkehrs - Lösungen der Geschäftsführung - Lösungen des Betriebsrats - Ziele des Betriebsrats
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Unser Düsseldorfer Flughafen wurde 1909 durch die Landung eines Zeppelin-Luftschiffes vorbestimmt. Schon damals wurde die Bedeutung der Luftfahrt erkannt, und der Flughafen entwickelte sich stetig zum internationalen Verkehrsknotenpunkt. Somit stellt sich der Flughafen Düsseldorf als wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Rhein-Ruhr-Region dar.

Die Gesellschafter unserer Flughafen Düsseldorf GmbH (FDG) sind das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Düsseldorf. Sie stellen unter Einbeziehung von Arbeitnehmervertretern den Aufsichtsrat. Unsere Geschäftsführung setzt sich aus den Bereichen Personal- und Sozialwesen, Geschäftsführung Verkehrsbereich, dem technischen Bereich sowie der Geschäftsführung kaufmännischer Bereich zusammen. Der Betriebsrat der FDG besteht aus 19 Mitgliedern. Der Vorsitzende ist Herr Heinz Kollmann, die stellvertretende Vorsitzende ist Frau Petra Pollmann.

Unsere Verkehrsentwicklung vollzog sich stetig. Mit 15.146.000 Fluggästen überschritt die FDG 1995 erstmalig die 15-Millionen-Marke. Die Zahl der Flugbewegungen nahm auf 184.000 zu. Auch im Frachtbereich vollzog sich die Entwicklung positiv. Dort wurden 1995 knapp 80.000 Tonnen Fracht umgeschlagen. Insgesamt führte dies auch zu einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Unsere Gesamtzahl eingestellter MitarbeiterInnen bewegt sich derzeit um die 2.600, wobei in dieser Zahl ca. 250 MitarbeiterInnen einen Zeitvertrag aufweisen oder als Stundenkräfte bei der FDG beschäftigt sind.

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Die Entwicklung des Rhein-Ruhr-Flughafens ist vor dem Hintergrund der Ereignisses vom 11. April diesen Jahres ganz neu zu bewerten. An jenem Tag brannte ein Teil des Flughafens, wobei 17 Menschen den Tod fanden und 58 Personen zum Teil sehr schwer verletzt wurden. Die Auswirkungen des Brandes führten zunächst zur Schließung des gesamten Terminalgebäudes, die Luftfahrt kam annähernd zwei Tage vollständig zum Erliegen.

Zudem leidet der Flughafen Düsseldorf seit vielen Jahren unter einem Gerichtsbeschluß, der besagt, daß unser Airport in den verkehrsreichsten sechs Monaten des Jahres einer Flugbewegungsbeschränkung von 71.000 unterliegen würde, wenn die seit Jahren brachliegende Parallelbahn in Betrieb genommen würde. Um hier eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden, ist eine Entscheidung auf der politischen Ebene vonnöten, die von allen politischen Richtungen getragen werden muß. Andernfalls besteht die Gefahr, daß der Airport Düsseldorf seine Attraktivität verliert und unsere Kunden zu benachbarten Flughäfen mit weitaus mehr Möglichkeiten abwandern.

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Parallel zu den oben genannten Problemen beschäftigt sich die FDG mit der Liberalisierung des Luftverkehrs. Durch EU-Richtlinien verliert der Flughafen Düsseldorf die Monopolstellung. Er muß sich aller Wahrscheinlichkeit ab dem 01.01.1998 gegen Eigenabfertigung der Luftverkehrsgesellschaften und ab dem 01.01.1999 gegen Drittabfertigung durch Dienstleister den jetzigen Markt sichern.

Hierbei ergeben sich Szenarien nach der EU-Markteröffnung, die von der Geschäftsführung und dem Betriebsrat auf unterschiedlichen Standpunkten gemeistert werden müssen, wie z. B. die Bindung der alten Kunden, die Erfordernis von Produktivitätssteigerung oder die Differenzierung von sinnvollen Leistungen, wobei der Betriebsrat mögliche Radikallösungen wie Fremdvergaben, Outsourcing oder Personalabbau konstruktiv verhindern will. Weitere mögliche Lösungen durch die Geschäftsführung bedeuten Tarifflucht durch die Gründung von 100 %igen Tochtergesellschaften oder gar die Reduzierung auf eine Management und Immobilien GmbH.

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Grundlagen zur Problemlösung aus der Sicht des Betriebsrates der Flughafen Düsseldorf GmbH sind die Einrichtung von Profit-Centern und eine wettbewerbsgerechte Neustrukturierung. Jedoch ist dieses für den Betriebsrat nur dann sinnvoll, wenn gleichzeitig eine arbeitsplatzsichernde Ausrichtung in der zu erwartenden Wettbewerbssituation ermöglicht wird. Das bedeutet für uns im einzelnen, daß verschiedene Strukturvarianten an der Effizienz für das Unternehmensganze zu bemessen sind. Nicht das "Kostenminimum", sondern der notwendige Arbeitsplatzerhalt muß im Vordergrund stehen. Ebenso ist internem Wettbewerb durch kompetente Gesamtangebote nicht durch Lohn- und Sozialdumping zu begegnen. Notwendige Sicherungsregelungen müssen geschaffen werden, die eventuell in Betriebsvereinbarungen einfließen.

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Bei all dieser Problematik sind die Grundbedingungen der arbeits-, tarif- und betriebsverfassungsrechtlichen Ansprüche zu sichern und weiterhin auszubauen. Ziel des Betriebsrates ist es, die Flughafen Düsseldorf GmbH als Arbeitgeber zu erhalten, unter aktiver Teilnahme den Herausforderungen des offenen Marktes entgegenzutreten sowie eine Beschäftigungssicherung für alle Mitarbeiter anzustreben. Daher begrüßt der Betriebsrat der Flughafen Düsseldorf GmbH die Möglichkeit, an dem Projekt QuaMoMo - Projekt Qualifizierung und Beratung von Betriebs- und Personalräten als Moderatoren und Motoren innovativer betrieblicher Beteiligungs-, Qualifizierungs- und Restrukturierungsprozesse - teilzunehmen.

Hartmut Buß, freigestelltes Betriebsratsmitglied der FDG
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Foto H. Kollmann
Heinz Kollmann, Betriebsratsvorsitzender der FDG
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