

Berichte aus den Modellbetrieben:
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United Parcel Service Deutschland Inc., Betrieb Troisdorf - Flughafen Köln/Bonn
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(aus: Projektzeitung Nr. 1 (1996) )
Zahlen und Fakten - Struktur
des Betriebes und des Personals - Arbeitszeiten
- Geschichte des Betriebsrats - Teilnahme
am Projekt QuaMoMo - Ziele und Hoffnungen - Anschrift
und e-mail
Die Spuren der Firma United Parcel Service Deutschland Inc. führen
zurück bis ins Jahr 1907, als ein Jungunternehmer namens Jim Casey
im stolzen Alter von 19 Jahren in Seattle im Staate Washington, USA, die
"American Messenger Company", den Vorläufer von UPS, ins Leben rief.
Aus diesem örtlichen Botendienst entwickelte sich UPS zum heute größten
privaten Paketdienstunternehmen der Welt.
Zahlen und Fakten
Einige Zahlen zur Illustration: 1995 setzte das Unternehmen weltweit 21
Mrd. Dollar um und erzielte dabei einen Gewinn von etwa 997 Mio. Dollar.
Täglich sorgen 335.000 MitarbeiterInnen in 2.400 Niederlassungen für
die Beförderung von 12 Mio. Sendungen. Dazu sind 130.000 Fahrzeuge
und 528 eigene bzw. gecharterte Flugzeuge im Einsatz. Der Blick auf unseren
Betrieb mit der Hauptumschlagsbasis ("Hub") am Flughafen Köln/Bonn
und der Verwaltung in Troisdorf-Spich, der seit 1986 besteht, zeigt uns
die folgenden Eckwerte: in 1995 wurden hier 12,2 Mio. Sendungen umgeschlagen,
wozu täglich 17 Flugzeuge, 21 LKW und etliche kleinere Transportfahrzeuge
nötig sind. Der Betrieb beschäftigt zur Zeit knapp 1.100 MitarbeiterInnen.
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Fakten - Struktur des Betriebes und des Personals
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des Betriebsrats - Teilnahme am Projekt QuaMoMo
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und e-mail

Struktur des Betriebes und des Personals
Unser Betrieb läßt sich in drei große Bereiche gliedern:
die "Operation" (neudeutsch für alles, was mit der Handhabung der
Sendungen zu tun hat), die operationsunterstützenden Abteilungen (fassen
keine Pakete an, aber ohne die geht kein Paket raus) und die Verwaltung.
Unser Personal besteht zu 44 % aus Teilzeitkräften im Bereich der
Operation mit Verträgen über 15 Wochenarbeitsstunden; weiter
zu 9 % aus Teilzeitarbeitskräften im Bereich der operationsunterstützenden
Abteilungen mit Verträgen über 15, 20, 25 oder 30 Wochenarbeitsstunden;
der übrige Teil von 47 % sind VollzeitmitarbeiterInnen (39 Wochenarbeitsstunden).
Das Verhältnis von Männlein zu Weiblein ist 2/3 zu 1/3 und damit
für einen Betrieb mit einem Teilzeitanteil von 53 % recht ungewöhnlich.
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Arbeitszeiten
Auf Grund unseres Geschäfts, der weltweiten Beförderung von Sendungen
meist "so schnell wie möglich", wird bei uns an 365 Tagen rund um
die Uhr gearbeitet, auch an Sonn- und Feiertagen - nie alle, aber irgendeiner
immer.
Geschichte des Betriebsrats
Der erste Betriebsrat in unserem Betrieb wurde am 14. November 1990 gewählt;
das Ergebnis war dann gut zwei Jahre vorhanden, aber nicht auffällig.
Dies änderte sich mit der nächsten regelmäßigen Betriebsratswahl
am 22. März 1994. Diesmal stellten sich fünf verschiedene Listen
zur Wahl - zwei für die gewerblichen ArbeitnehmerInnen, drei für
die Angestellten, alle "unabhängig", woraus der heute vorhandene,
deutlich aktivere Betriebsrat hervorging. Der Betriebsrat hat wegen der
891 MitarbeiterInnen im Betrieb am Wahltag elf Mitglieder, wovon sieben
die Angestellten vertreten und vier die ArbeiterInnen. Unverzüglich
nach der Wahl wurden der Vorsitzende Bernd Fuhrmann und ein weiteres Mitglied
des Betriebsausschusses, Peter Berg, beide Vertreter der Angestellten,
von ihrer beruflichen Tätigkeit freigestellt gemäß §
38 BetrVG, auch dies ein Novum in unserem Betrieb. Nach Überschreiten
der "magischen Grenze" von 1.000 regelmäßig beschäftigten
MitarbeiterInnen im Juni 1995 kam ab November 1995 eine dritte Freistellung
für den stellvertretenden Vorsitzenden, Konstantinos "Kostas" Koskossidis,
Vertreter der ArbeiterInnen, hinzu. Die Geschlechterverteilung weicht (leider)
von der im Betrieb zu Lasten der Kolleginnen ab: nur zwei Betriebsräte
sind eigentlich Betriebsrätinnen.
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Teilnahme am Projekt QuaMoMo
Zur Projektteilnahme kam der Betriebsrat UPS durch Vermittlung der ÖTV
Siegburg. Die Probleme, die vom Betriebsrat UPS und von Technik & Leben
e. V. in den ersten Arbeitssitzungen identifiziert wurden und an deren
Lösung beide im Rahmen von QuaMoMo gemeinsam arbeiten wollen, stellen
sich wie folgt dar (Reihenfolge ohne Wertung):
-
Verkehrsbetrieb mit zum Teil außergewöhnlichen Arbeitszeiten,
unübersehbar vielen "Arbeitszeitmodellen" ohne roten Faden und Dokumentation,
-
ständiger Umbruch in Arbeitsabläufen und -methoden, meist ohne
Beteiligung des Betriebsrats,
-
vollständige Reorganisation des europäischen Geschäftes
zum 16. September 1996, zum Zeitpunkt des Projektstarts noch vollkommen
unübersehbar hinsichtlich der möglichen Auswirkungen für
den Betrieb,
-
EDV an allen Ecken und Enden, keine Betriebsvereinbarungen zum Schutz der
MitarbeiterInnen,
-
EDV-Projekte in Arbeit, die im schlimmsten Fall die Anzahl der Arbeitsplätze
im Bereich der Buchhaltung glatt halbieren könnten - evtl. betroffen:
bis zu 50 MitarbeiterInnen,
-
öffentliche Diskussion um Beschränkung des Nachtflugs am Flughafen
Köln/Bonn zur Reduzierung von Fluglärm, damit verbunden die Ankündigung
der Geschäftsleitung, den Standort im Falle von Einschränkungen
aufgeben zu müssen - evtl. betroffen: bis zu 1.100 MitarbeiterInnen,
-
auf Grund der kurzen Geschichte des Betriebsrats im stark amerikanisch
geprägten Unternehmen UPS keine Mitbestimmungskultur, Kommunikationsprobleme
zwischen Betriebsrat, Belegschaft und Geschäftsleitung.
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am Projekt QuaMoMo - Ziele und Hoffnungen - Anschrift
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Ziele und Hoffnungen
Der Betriebsrat erwartet von dem Projekt nicht nur Lösungshilfe bei
den oben aufgezählten konkreten Problemen, sondern auch die Vermittlung
von Kontakten "nach draußen" - soll ein gutes Mittel gegen die Betriebsblindheit
sein - und Anstöße für die Arbeit im Betriebsrat, für
die Innenorganisation und das konstruktive Miteinander. Wenn wir in knapp
zwei Jahren feststellen können, daß sich in den meisten dieser
Bereiche etwas bewegt hat, haben wir allen Grund, von einer gelungenen
Maßnahme zu sprechen, oder?
Bernd Fuhrmann, Betriebsratsvorsitzender UPS,
Betrieb Troisdorf - Flughafen Köln/Bonn
Der Betriebsrat ist zu erreichen:
Betriebsrat der
United Parcel Service
Deutschland Inc. & Co. OHG
Spich, Genker Str. 14
53842 Troisdorf |
Fon: 02241 / 491-211
Fax: 02241 / 491-303
eMail: Betriebsrat.UPS.CGN@t-online.de |
externer Link: zur WWW-Leitseite
der Firma UPS
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