Rieche den Duft der Zuckerbonbons - am 21. März wird Nowruz, das Neujahrsfest gefeiert
21. Mär 2009 von Ulrich Buchholz
Das Neujahrsfest, bei dem die Menschen den Übergang vom Winter zum Sommer feiern und verehren, ist eines der ältesten, schönsten und größten Feste. Iraner, Kurden, Afghanen u.a. feiern dieses Fest. Sie alle haben es um ihre eigenen nationalen Bräuche bereichert. Die Kurden nennen es Newroz, bei den Iranern heißt es Nowruz (oder Nowrouz) - “der neue Tag”.
Das Fest hat ausserdem noch verschiedene mythologische Wurzeln. Bei den Kurden gilt es als Symbol des Widerstands. Diese Bedeutung geht zurück auf den Tag, als sich das kurdische Volk von der Unterdrückung des grausamen Herrschers Dehak befreite. Aus der Freude, diese harte Zeit überwunden zu haben und aus dem Bedürfnis heraus, dieses große Ereignis zu feiern, wurde das Newrozfest geboren. Erwähnt wird in dieser Tradition, dass es erstmals 612 v. Chr. gefeiert wurde. Wenn Newroz naht, werden in Kurdistan große Feuer entzündet und erinnern an das Feuer, das den Sieg verkündet hat.
In der iranischen Tradition beginnen die Vorbereitungen eine Weile vor den Feiertagen. Dazu gehören: Weizen keimen lassen, Frühlingsputz, Entsorgen beschädigter Gegenstände, Schmücken der Fenster, Besuch der verstorbenen Verwandten auf dem Friedhof, Feuer- und Reinigungsrituale.
Das Fest beginnt mit dem astronomischen Frühlingsanfang, der auch Beginn des iranischen Kalenderjahres ist und auf den 21. März jedes Jahres fällt (in Schaltjahren auf den 20.). Es dauert zwölf Tage. Am dreizehnten Tag des neuen Jahres, der als Unglückstag gilt, ziehen die Menschen in die freie Natur und organisieren einen ausgiebigen Ausflug und Picknicks.
Die Botschaft des Festes lautet: Der Frühling kommt / verjage die Sorgen / halte den Kopf hoch / rieche den Duft der Zuckerbonbons / lache und sei fröhlich.

“Wichtigstes Brauchtum beim iranischen Nowruz sind die Haft-Sin (”Sieben-S”). Am Vorabend des Neujahrstages brennt in jedem Zimmer des Hauses eine Kerze (Symbol des Lichts). Auf einem festlich gedeckten Tischtuch werden sieben Gegenstände ausgebreitet, die mit dem Buchstaben “S” (pers. Sin) beginnen: Sabze (Weizen- oder Linsensprossen), Samanu (eine süße Speise aus Weizenkeimen), Sir (Knoblauch), Serke (Essig), Somagh (saures Gewürz), Sib (Apfel) und Senjed (Mehlbeeren). Außerdem kommen Sekke (Münzen), häufig auch Sonbol (Hyazinthe) sowie Sepand (eine wilde Raute) - für den Weihrauch - hinzu. Zusätzlich werden ein Spiegel (Symbol für Glück), ein oder einige Goldfische, die in einem durchsichtigen Wasserkrug schwimmen, ein Stück Brot, bemalte harte Eier sowie Diwan-e Hafez (Gedichtband von Hafez), bei Zoroastriern eher das Awesta und bei Moslemen der Koran, gedeckt” (Quelle). Die herangewachsenen grünen Weizenkeimlinge werden am dreizehnten Tag des Festes in die Natur, möglichst in einen Fluss geworfen.
Zum Fest gehört es, sich zu umarmen, Glück zu wünschen und die Kinder zu beschenken. Diese bekommen Spielzeuge oder auch häufig Geld in Form von frisch gedruckten Scheinen. Neue Geldscheine für Nowruz zu drucken gehört zu den Aufgaben der iranischen Nationalbank. Ein Festabendessen sowie Besuche und Gegenbesuche sind weitere Nowruz-Bräuche. Der Nowruz-Besuch ruft alle zur Versöhnung auf, bietet Gelegenheit zum Verzeihen, schlechte Vergangenheit ruhen zu lassen und einander wieder näher zu kommen.
Schönes Neujahrsfest …
Quellen:

Technik & Leben e.V.